Meditationsgruppe Memmingen

Frank Kiesewetter

Zum Selbstverständnis als Gruppenleiter

Ich habe in den vergangenen 17 Jahren viele Meditationskurse besucht, hauptsächlich im Buddha-Haus, aber auch an anderen Orten. Dabei habe ich unterschiedliche Lehrende erlebt, was einerseits mein Horizont von buddhistischer Lehre und Meditation erweitert hat, andererseits auch dazu geführt hat, dass ich mit der Zeit eine Auswahl getroffen habe. 

In all den Jahren habe ich auch fleißig Bücher gelesen, die sich mit Buddhismus und Meditation beschäftigen.

Seit sieben Jahren wohne ich in Memmingen. Ein kleines Zimmer dient ausschließlich als Meditationsraum. Hier versammeln sich zur Zeit einmal in der Woche vier Personen um zu meditieren.

Ich verstehe mich nicht als Lehrer, aber ich habe eine besondere Rolle. Im äußeren Bereich biete ich den Raum an, mit allem was dazu gehört. Ich halte den Tee bereit, wenn wir am Ende noch etwa 15 Minuten zusammensitzen und uns, so hoffe ich, über die eben gemachten Erfahrungen austauschen.

Der Ablauf ist meistens der gleiche, - sitzen, gehen, sitzen. Ich habe die Erwartung an mich, dass ich eine Hinführung zur Meditation oder auch eine Meditationsanleitung geben kann. Das war für mich ein längerer Lernprozess, der weiter andauert. Das Gesagte sollte verständlich und anregend sein, und es sollte für die Menschen passen, die gekommen sind, um etwas über Meditation zu erfahren. Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich nur dann stimmig bin, wenn ich aus der eigenen Erfahrung, aus dem eigenen Erleben heraus sprechen kann. 

Wenn neue Besucher kommen, dann gebe ich ihnen eine schriftliche Einführung, um sie mit elementaren Aspekten buddhistischer Meditation bekannt zu machen.

Mir ist wichtig, dass wir uns von Zeit zu Zeit Themen und Begriffen der buddhistischen Geistesschulung zuwenden und unser Verständnis dieser Begriffe vertiefen. Was ist mit Sati, Samadhi, Metta, was ist mit Dukkha, Anatta usw. gemeint? Wie werden diese Inhalte von verschiedenen Lehrenden vermittelt?

Zu diesem Zweck verteile ich in letzter Zeit Auszüge von Vorträgen oder Büchern, maximal drei Seiten, die jede/jeder für sich zu Hause liest, die wir dann noch einmal am Meditationsabend gemeinsam lesen und darüber sprechen. In diesem Fall entfällt die zweite Sitzrunde.

Früher haben wir zu diesem Zeck gelegentlich Teile von Vorträgen angehört. Das Hören hat durchaus eine besondere Qualität, hat aber den Nachteil, dass vieles schnell vergessen wird, weil wir selektiv hören. Beim Lesen kann man an einer Stelle verweilen, man kann den Text wiederholend lesen und sich dazu Gedanken machen. Und man kann sich in der Gruppe über das Gelesene leichter austauschen.

Die Teilnehmer/innen signalisieren, dass sie diese Zusammenkünfte schätzen. Manchmal  fordere ich dazu auf, dass aus dem Teilnehmerkreis Anregungen, Vorschläge und Fragen willkommen sind. Die Resonanz darauf ist gering. Woran liegt das? Liegt es an der mangelnden Zeit, liegt es an der mangelnden Dringlichkeit, neue Prioritäten im eigenen Leben zu setzen? 

  

Bei all dem sehe ich mich als Übenden. Seit der Zeit, als ich die ersten Retreats mitgemacht habe, ist mein Vertrauen in einen spirituellen Weg der Übung gewachsen. Unter einem Übenden verstehe ich vor allem die Offenheit, das Interesse und den Willen für neue Erfahrungen, - neue Erfahrungen, die ich mit mir selber und anderen mache. Das gilt für den Umgang, den wir miteinander in der Gruppe haben, das gilt für den Umgang mit anderen Menschen überhaupt, und es gilt natürlich für die ganze Thematik der Geistesschulung.

Die Unternehmung, eine Meditationsgruppe anzubieten, ist ein anspruchsvolles Ding und eine Herausforderung, - und ich muss mir dafür Zeit nehmen. Sie ist aber gleichzeitig ein Gewinn, weil ich mich dadurch selbst überprüfen kann, inwieweit ich selbst auf dem Weg bin. 

Wir werden in unserer Weltgegend mit Angeboten für Sicherheit, Vitalität, Freude und Unterhaltung aller Art überschüttet. Selbsterkenntnis ist in diesem Angebot selten dabei. Eine Meditationsgruppe bietet die Möglichkeit, eine andere Perspektive auf mich, auf meine Umwelt zu entwickeln. Jedes Mal bin ich berührt davon, wenn sich Menschen zusammenfinden, um in Stille zu sitzen.

Wenn jemand Interesse an den oben erwähnten Texten hat, dann könnt Ihr Euch gerne über E-Mail an mich wenden. Ich schicke dann die Texte über E-Mail an Euch:

f. kiesewetter-NU@web.de (Anschrift mit Telefon im Mitteilungsblatt)